Softskills24 Com

Softskills for your job and personal growth

Fri12142018

Last updateWed, 10 Dec 2014 10pm

Jugendliche-Deren Charakter und Grundeinstellung

So verständlich die somatischen Wandlungen in der Pubertät sind (hormonal gesteuerte Charakteristik der maskulinen und weiblichen Gestalt und des Geschlechtscharakters, bestimmtes Längenwachstum), im essentiellen ist die Adoleszenz in unserer Zivilisation ein biopsychologisches und soziologisches Phänomen: Die Reiberei mit den Voraussetzungen des Erwachsenseins sind vorrangig, der Adoleszent ist veranlasst sich aus den Abhängigkeiten des Kindseins freizukämpfen wie auch in allen wesentlichen Lebensbereichen autonom und selbstverantwortlich werden.

In dieser Gegebenheit des Wandels sind Konflikte, zunächst Rollen- und Statuskonflikte, unvermeidlich. Die Pubertät dauert in unserer Zivilisation außergewöhnlich lang. Je komplexer die Funktionalitäten einer Gesellschaftsstruktur sind, umso mehr braucht es, bis man zu einem ebenbürtigen Mitglied geworden ist; in primitiven Kulturen gibt es eine Adoleszenz in unserer Bedeutung beileibe nicht. Jeder Adoleszent soll sich in der Pubertät mit fassbaren Fragestellungen auseinandersetzen (so genannte epochal separate Aufgaben).

Eine dieser Aufgaben ist die Selbstfindung. Grundlage dazu ist die erst in diesem Lebensabschnitt machbare Selbstbetrachtung, das Nachsinnen über sich selbst. Somit wird auch das Aufnahmefähigkeit für fremdseelische Begebenheiten ausführbar. In der Schriftwerk werden dieser Tage differenziertere Persönlichkeitsdarstellungen gesucht, und ferner der Sinn für Natur und Kunst erwacht.

Die Selbst-findung beginnt bei der kritischen Analyse des eigenen Äußeren (Identifizierung mit den Normen der Peer-Organisation, Nachahmung von erfolgreichen Persönlichkeiten) und wechselt hernach prompt auf Tauglichkeiten, Eigenschaften und innere Qualitäten. Leitbilder (lebendige oder historische Individuen oder Hauptakteure der Literatur) sind bei der Ichfindung von Geltung.

Interesse weckend ist, dass die Wahl der Vorbilder schichtdependent ist: Jugendliche der Unterschicht statuieren eher bekannte AthletInnen und FilmschauspielerInnen zum Vorbild. Sie richten sich dabei an deren Fortuna und an deren externe Aussehen.

Jugendliche der Mittel- und Oberklasse wählen zum Leitbild eher Forscher und engagierte Politiker, wobei sie den Charakter und die private Grundeinstellung besonders würdigen. Mit steigendem Alter und sukzessiver Selbstprofilierung senkt sich die Relevanz der Vorbilder. Die Bedeutung der Eltern als Leitbilder ist keineswegs transparent, sie scheint gleichwohl überaus beachtlich zu sein.